Kontrollierte intuitive Intervention©
Das ISBB entwickelt Konzepte für die pädagogische Praxis in
Einrichtungen der Behindertenarbeit. Dort arbeiten Menschen, die in ihrer
Berufsausbildung kaum brauchbare Arbeitsanleitungen vermittelt bekommen haben.
Selbst die Theorien der Universitätsausbildungen erweisen sich in der Praxis
schnell als ungenügend, besonders wenn es um die Einbeziehung von Sexualität in
die angeblich ganzheitlichen Auffassungen geht.
Pädagoginnen und Pädagogen arbeiten dann gemäß ihrer
Alltagserfahrungen, "aus dem Bauch heraus". Das muss kein Nachteil sein. Im ISBB
wird dieser Erfahrungspool als Fähigkeit betrachtet und "Intuition" genannt.
Allerdings birgt die reine Intuition viele Gefahrenquellen.
Situationen werden fehl interpretiert, wenn das eigene pädagogische Verhalten
nicht ständig reflektiert wird. Das pädagogische Verhalten, also die
pädagogische Intervention, braucht die Fähigkeit, sich selbst stets aktuell zu
kontrollieren.

Kreislauf vereinfacht. Genauer Spirale
Grundlage der Kontrolle sind unsere Wahrnehmungen von
Problemlösungen. Ob unsere Interventionen, unsere Hypothesen richtig sind oder
falsch, das entscheidet letztendlich das Verhalten der Menschen, mit denen
pädagogisch kommuniziert wird.
Diese Methode wird im ISBB gelehrt und im pädagogischen Alltag
automatisiert. Die hohe Wertschätzung nonverbaler Kommunikation macht sie
besonders effektiv für die Arbeit mit geistig behinderten Menschen.
Dipl.-Psych. Lothar Sandfort